12.09.2025
Dreifach recycelte Cellulosefaser vorgestellt
Das Recycling von Textilien verursacht noch oft Schwierigkeiten. Das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung Rudoldstadt, kurz TITK, freut sich daher besonders, eine Cellulosefaser aus dreifach recycelten Bestandteilen entwickelt zu haben. Dafür nutzt das Haus seine eigene Lyocellfaser Lyohemp, die aus Hanfzellstoff besteht.
Benjamin Redlingshöfer, geschäftsführender Direktor des Hauses: „Mit unserer 300%-Recycling-Faser zeigen wir, dass geschlossene textile Recyclingkreisläufe dank unserer Technologie realisierbar sind. Diese Innovation beweist, dass wir Recycling in der Textilindustrie auf ein völlig neues Niveau heben können.“
Ansatz auch auf Baumwolle übertragbar
Das TITK legt Wert darauf, Fasern aus gebrauchten Textilien zur Produktion neuer Kleidung zu nutzen, statt selbige zu weniger wertvollen Produkten mittels Downcycling zu verarbeiten. Die Eigenschaften der recycelten Fasern sollen neuwertigen Fasern gleichkommen. Bisher würden häufig nur 20 bis 40 Prozent Rezyklate mit neuen Fasern zu Kleidung verarbeitet, so das TITK. Für sein Projekt hat das Institut die Zellstoffgewinnung und -vorbehandlung bei seinen Lyocellherstellung überarbeitet. Der Ansatz sei grundsätzlich auch auf Baumwollfasern übertragbar.
Redlingshöfer: „Das TITK konnte nun eindrucksvoll demonstrieren, dass nicht nur ein hundertprozentiges Recycling von Cellulosefasern möglich ist, sondern dass man diesen Prozess sogar dreimal in Folge nutzen kann, ohne bei der Faser Abstriche bei gewünschten Merkmalen wie einem angenehmen, weichen Griff, einem leichten Glanz und einer sehr guten, gleichmäßigen Anfärbbarkeit machen zu müssen.“
Zugleich mahnt der Direktor: „Allerdings dürfen wir uns nicht allein darauf verlassen, dass technologische Lösungen uns vom verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen freisprechen. Nur in Kombination mit einem bewussteren Umgang mit unseren Rohstoffen werden wir einen signifikanten Beitrag zu einer praxistauglichen Nachhaltigkeit leisten können.“
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