15.09.2026

Neue Allianz soll Textilkreisläufe stärken

Um die Kreislaufwirtschaft für Textilien auszubauen, haben der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie (Gesamtverband textil+mode) und der Handelsverband Deutschland (HDE) die „Allianz für textile Kreisläufe“ ins Leben gerufen. Sie soll die Umsetzung der EU-Vorgaben zur Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) praxisnah, effizient und unbürokratisch mitgestalten.

Ein entsprechender Gesetzesentwurf wird aktuell beraten. Inverkehrbringer von Textilien in Deutschland sollen Gebühren für deren Entsorgung bezahlen.

„Unternehmen müssen ihre Expertise aktiv einbringen können“

Für Textil+Mode erklärt dessen Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe Mazura: „Die Einführung der erweiterten Herstellerverantwortung ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer funktionierenden textilen Kreislaufwirtschaft. Entscheidend ist jedoch, dass die Unternehmen, die die Finanzierung und Verantwortung tragen, ihre Expertise auch aktiv in die Ausgestaltung des Systems einbringen können. Dieses Wissen muss genutzt werden, um praktikable und wirksame Lösungen für mehr Kreislaufwirtschaft zu schaffen.“

Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer HDE, ergänzt: „Die erweiterte Herstellerverantwortung kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie für alle Marktteilnehmer gleichermaßen gilt. Es darf nicht sein, dass deutsche und europäische Unternehmen die Kosten und Pflichten eines EPR-Systems tragen, während internationale Plattformen oder Anbieter aus Drittstaaten von diesen Verpflichtungen ausgenommen werden. Wer Produkte auf den europäischen Markt bringt, muss gleichermaßen Verantwortung übernehmen.“

Verursacher sollen Kosten übernehmen

Laut Textil+Mode steckt die hiesige Textilbranche in einem großen Wandel. Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft bekämen zunehmend mehr Bedeutung. Zugleiche gebe es einen hohen Wettbewerbsdruck in Deutschland und Europa durch weltweite Marktentwicklungen, unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen und das hohe Wachstum internationaler Direktvertriebs-Plattformmodelle.

Daher fordert die neue Allianz, dass Hersteller und Handel von Textilien an der Entwicklung eines EPR-Systems teilhaben. Ziel seien u. a. eine transparente und verursachergerechte Kostenverteilung und faire Wettbewerbsbedingungen für alle Akteure auf dem Markt. Ein EPR-System müsse ökologische Ziele erfüllen, wirtschaftlich tragfähig ei und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit hierzulande stärken.

Weitere Mitglieder der Allianz sind u. a. Deichmann, das Institut für Spezialtextilien und flexible Materialien (titv) und die Otto Group. Im Internet ist sie unter dieser Adresse erreichbar: https://www.allianz-textile-kreislaeufe.de.
Neue Allianz soll Textilkreisläufe stärken
Foto/Grafik: Shutterstock
Die neue Allianz soll die Kreislaufwirtschaft für Textilien stärken.
Der WRP-Newsletter: Hier kostenlos anmelden

Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren

[02.09.2026] EXPOdetergo öffnet wieder ihre Tore
WRP Wäscherei + Reinigungspraxis
WRP Wäscherei + Reinigungspraxis
Kontakt
  • Kontakt Redaktion
  • Kontakt Anzeigen
  • Kontakt Leserservice

Verlag

Verbände
Diese Verbände Gütegemeinschaften Forschungsinstitute Qualitätsverbünde Schulen und Ausbildungsstätten tragen die WRP-Branche:

CINET
ETSA
DTV
IHO
intex
maxtex
Gütegemeinschaft
EFIT
wfk
Hohenstein
TBZ
LIN