06.01.2026

Fische helfen gegen Mikroplastik

Mikroplastik stellt eine hohe Belastung für die Umwelt dar. Ein großer Anteil davon stammt aus Wäsche mit entsprechenden Fasern, in einem Haushalt mit vier Personen können bis zu 500 Gramm pro Jahr zusammenkommen. Ein neues Verfahren soll dabei helfen, die kleinen Stückchen aus dem Schmutzwasser von Waschmaschinen zu fischen. Dabei ließen sich die Forscher von Fischen inspirieren.

Dr. Leandra Hamann vom Institut für organismanische Biologie der Universität Bonn: „Die bislang erhältlichen Filtersysteme haben verschiedene Nachteile. Einige von ihnen setzten sich schnell zu, andere haben keine ausreichende Filterwirkung.“

Struktur von Kiemen abgeschaut

Daher schaute sie sich zusammen mit ihrem Team nach Alternativen im Tierreich um. Dabei nahm sie Fische ins Visier, die sich vom Plankton ernähren. Dafür schwimmen die Tiere mit geöffneten Maul durch das Wasser und fischen das Plankton mittels besonderer Kiemen heraus. Diese Methode nutzen bspw. Makrelen und Sardellen.

Dr. Hamann: „Wir haben uns den Bau dieses Systems genauer angesehen und nach diesem Vorbild einen Filter entwickelt, der sich in Waschmaschinen einsetzen lässt.“ Daher hat der neue Filter die Form eines Trichters, so wie bei genannten Fischen. Kiemenbögen sitzen am Rand des Trichters und tragen wiederum kleinere Strukturen, an denen fast das gesamte Plankton Nahrung hängen bleibt. Dieser Aufbau verhindert eine Verstopfung.

Gut 99 Prozent Mikroplastik werden entfernt

Der Nachbau durch die Forscher entfernt nach deren Aussage über 99 Prozent des Mikroplastiks aus dem Abwasser. Am Filterausgang werden die Teilchen mehrmals pro Minute abgesaugt. Sie könnten künftig in den Waschmaschinen gesammelt und entsprechende Pellet alle paar Wäschen entfernt und im Restmüll entsorgt werden. Da der Filter auf aufwendige Mechanik verzichtet, soll er sich günstig herstellen lassen.

Die Projektpartner - die Universität Bonn und das Fraunhofer UMSICHT-Institut - haben die neue Technologie in Deutschland zum Patent angemeldet. Ein übergreifendes EU-Patent ist das nächste Ziel. Die Forscher hoffen, Partner in der Wirtschaft zu finden, um ihren neuen Filter in neuen Waschmaschinen zu verbauen.

Dr, Hamman arbeitet inzwischen an der University of Alberta in Edmonton, Kanada. Das Projekt erhielt eine Förderung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie des European Research Council.
Fische helfen gegen Mikroplastik
Foto/Grafik: Jens Hamann
Besondere Kiemen von Sardellen und anderen Fischen inspirierten die Forscher zur Entwicklung eines neuen Filters für Mikroplastik.
Fische helfen gegen Mikroplastik
Foto/Grafik: Peter Rühr/Uni Bonn
Das Forschungsteam der Universität Bonn (v. l.): Dr. Hendrik Herzog, Christian Reuß, Dr. Leandra Hamann und Dr. Alexander Blanke.
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