16.04.2026
Geschäftsklima verschlechtert sich
Die Stimmung in der Textilpflege-Branche ist schlecht. Das zeigt die aktuelle Geschäftsklima-Umfrage des Deutschen Textilreinigungs-Verbandes (DTV) für den Winter 2025/26. Von der Aufbruchsstimmung nach der Pandemie sei nicht mehr viel übrig, findet die Organisation.
Diese Einschätzung spiegelt sich in den Bewertungen wichtiger Kennzahlen wieder. So sehen 37 Prozent der Befragten ihre Umsatzentwicklung im 2. Halbjahr des letzten Jahres als ausgeglichen an. Auf die Noten gut und sehr gut entfallen 32 Prozent, der Rest stimmte für leicht negativ oder schlecht.
Dabei spielt auch die Art der Betriebe eine wichtige Rolle. Genau ein Drittel der Textilservice-, 35 Prozent der Mischbetriebe und 13 Prozent der Reinigungen nannten eine gute oder sehr gute Umsatzentwicklung. Den niedrigen Wert bei den Reinigungen erklärt der DTV mit einer geringen Anzahl entsprechender Firmen, sodass dieses Segment nicht unbedingt repräsentativ vertreten sei, sprich Einzelmeinungen stärker vertreten sind.
Geringe Auslastung erwartet
Etwa ein Viertel (26 Prozent) der Betriebe rechnet für das 1. Halbjahr 26 mit steigenden Umsätzen. Für das 2. Halbjahr 2025 wählten letztes Jahr hingegen 42 Prozent diese Bewertung. Mit einer positiven Auslastung rechnen nur 20 Prozent (zuvor 41 Prozent). Frühere Einschätzungen lagen mit über 50 Prozent deutlich höher.
Ähnlich ist die Tendenz bei den Investitionen. Nur eine Minderheit (26 Prozent) erwartet eine gute oder sehr gute Entwicklung (in der letzten Umfrage noch 36 Prozent).
Gewinnerwartung unterschiedlich
Welche Erwartungen hegen die Unternehmen an die Gewinnentwicklung für das 1. Halbjahr dieses Jahres? Gut ein Viertel (24 Prozent) der Textilservice-Anbieter erwartet einen guten oder sehr guten Trend. Bei den Mischbetrieben sind es 28 Prozent und genau ein Viertel bei den Reinigungen. Reinigungen blieben in ihrer Einschätzung konstant, während die Mischbetriebe sich gegenüber dem 2. Halbjahr 2025 von 18 Prozent verbesserten und die Textilservicebetriebe von 39 Prozent verschlechterten.
„Vergleicht man die Bewertung und Prognose der Gewinnentwicklung mit jener der Umsatzentwicklung, wird deutlich, dass die Branche nicht davon ausgeht, dass steigende Umsätze im gleichen Verhältnis zu steigenden Gewinnen führen werden. Dieser Trend zeigte sich bereits in den vergangenen Geschäftsklimaumfragen. Das Umsatzwachstum dürfte daher voraussichtlich vor allem zur Begleichung steigender Kosten sowie zur Deckung des zunehmenden bürokratischen Aufwands verwendet werden.“
Steigende Kosten und Bürokratie belasten Unternehmen
Auch zu aktuellen Herausforderungen ihrer Branche wurden die Firmen befragt. Steigende Kosten und eine zunehmende Bürokratie landeten dabei auf den ersten Plätzen. Politische Unsicherheit und der Fachkräftemangel folgen. Fast zwei Drittel (60 Prozent) der Umfrageteilnehmer beklagen Probleme bei der Besetzung offener Stellen. Eine Verbesserung in den kommenden Monaten wird nicht erwartet. Steigende Lohnkosten und die alternde Belegschaft tragen ihren Teil dazu bei.
Über den neuen Kostenindex für den Januar 2026 haben wir kürzlich ausführlich berichtet. Kurz zusammengefasst: Mit 131,2 Punkten erreichte der Wert in diesem Januar einen neuen Höchststand.
Das Fazit vom DTV: „Die anhaltend hohen Kosten sowie der sich zuspitzende Fachkräftemangel bleiben zentrale Herausforderungen für die Branche. Zusätzlich binden immer neue bürokratische Anforderungen weitere Ressourcen in den Unternehmen. Mittel- und langfristig bestehen jedoch weiterhin gute Wachstumschancen für alle Branchensegmente.“ Dies gelte bspw. für den wachsenden Pflegesektor.
78 Betriebe haben sich an der Umfrage beteiligt. Die Zahl ihrer Mitarbeiter reichte von weniger als 10 bis zu über 1.000.
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