05.04.2024

Stimmung in der Textilpflege hat sich abgekühlt

Arbeits- und Fachkräftemangel, steigende Kosten, zunehmend umfangreichere Auflagen durch Gesetze und Bestimmungen - diese Themen belasten die Wirtschaft. Das gilt auch für die Textilpflege. Wie sehr sich die Stimmung dort zuletzt abgekühlt hat, zeigt der neue Geschäftsklima-Index des DTV (Deutscher Textilreinigungs-Verband). Grundlage dafür ist eine Umfrage im Winter 2023/24.

„Die aktuelle Umfrage zeigt, dass die positive Stimmung, die nach dem Abklingen der Pandemie in der Branche herrschte, sich im zweiten Halbjahr 2023 wieder deutlich abgekühlt hat“, so fasst der Verband die Ergebnisse zusammen. In Wäschereien und dem Textilservice bewerteten 83 Prozent der Befragten ihre Umsatzentwicklung als gut oder sehr gut.

Bei den Mischbetrieben war es eine knappe Mehrheit von 59 Prozent, bei Textilreinigungsbetrieben hingegen keine einzige Firma. Der Verband sieht als Gründe dafür die hohe Inflation, weshalb Verbraucher weniger Geld für saubere Wäsche übrig behielten, und die immer geringere Verbreitung von Textilien, die in einer Reinigung gepflegt werden müssen.

Umsatzerwartung für 2024 schlecht

Ähnlich blicken die Befragten auf die Umsatzentwicklung im 1. Halbjahr dieses Jahres. Hier kommen die Wäschereien und Textilservice-Anbieter auf etwa 49 Prozent. Mischbetriebe liegen bei 39 Prozent, während wieder keine Textilreinigung mit einer guten bis sehr guten Umsatzentwicklung rechnet. Noch schlechter sehen die Ergebnisse bezüglich der erwarteten Gewinnentwicklung aus. Für das 2. Halbjahr 2023 gaben hier jeweils gut die Hälfte der Textilservice- und Mischbetriebe (53 bzw. 52 Prozent) gut oder sehr gut an. Bei den Reinigungen waren es hingegen nur 17 Prozent.

Für das 1. Halbjahr 2024 sind die Erwartungen deutlich niedriger. Sehr gut oder gut für die Umsatzentwicklung wählten 40 Prozent der Textilservicebetriebe, 28 Prozent der Mischbetriebe und keine einzige Textilreinigung. „Das Umsatzwachstum wird voraussichtlich vor allem zur Begleichung steigender Kosten sowie zur Deckung des steigenden bürokratischen Aufwands verwendet“, heißt es vom DTV.

Personal bleibt größtes Probleme

Außerdem machten die Befragten Angaben dazu, welche Probleme sie belasten bzw. ihre Arbeit erschweren. Arbeits- und Fachkräftemangel landete dabei mit 46,42 Prozent auf Platz eins. 76 Prozent der Teilnehmer gaben zudem an, Probleme beim Besetzen offener Stellen zu haben. Weitere, häufig genannte Probleme der Betriebe waren: Bürokratie (25), Energiekosten (17,85), politische Unsicherheit (16), steigende Kosten und Probleme in Lieferketten (14,28) und wachsende Lohnkosten (ebenfalls 14,28).

An der Umfrage beteiligten sich 77 Firmen aus der Branche mit zusammen mehr als 3.000 Beschäftigten. Abgedeckt wurden dabei der Textilservice und Wäschereien, Mischbetriebe und Textilreinigungen. Sowohl kleine als auch mittelständische und größere Unternehmen berücksichtigte der DTV laut eigener Aussage.

Bessere Werte beim letzten Geschäftsklimaindex

Beim letzten Geschäftsklimaindex hatte der Verband noch eine bessere Stimmung ermittelt. Positiv bleibt aber, dass die Kosten für Betriebe in der Textilpflege zuletzt nicht weiter anstiegen, sondern leicht sanken. Das geht aus dem neuesten Kostenindex für die Branche vom DTV hervor.
Stimmung in der Textilpflege hat sich abgekühlt
Foto/Grafik: Shutterstock
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