WRP - 10/26
Fliegel: Daniel Tarczyński feiert 25. Jubiläum
Vor 25 Jahren startete Daniel Tarczyński seine Karriere bei Fliegel Textilservice. In dieser Zeit hat er sich vom Controller zum Geschäftsführer hochgearbeitet. Zu seinem Jubiläum blickt er auf seine Arbeit und die Entwicklung des Dienstleisters zurück - und erklärt, warum ein Schiff in seiner Anfangszeit eine besondere Rolle spielte.
Sein erster Arbeitstag im Unternehmen war im Juli 2001. „Damals hatte ich viele interessante und inspirierende Gespräche mit dem damaligen Geschäftsführer Hubert Emming geführt“, erinnert sich Tarczyński. „Er erzählte mir von diesem außergewöhnlichen Projekt und gab mir die Chance, ein Teil davon zu werden.“
Damit spielt Tarczyński auf Fliegels Geschäftsmodell an. Das Unternehmen ist sowohl in Deutschland als auch Polen tätig. Das stellte 2001 noch eine besondere Herausforderung dar: „Zwischen Deutschland und Polen verlief noch die EU-Außengrenze - mit Zollabfertigungen und Personalkontrollen.“
Um nicht so sehr von den teils langen Wartezeiten an den Grenzübergängen an den Straßen betroffen zu sein, setzte Fliegel auch ein Binnenschiff auf der Oder ein. „Ich glaube, nicht jede Wäscherei kann von sich behaupten, einmal Wäschecontainer per Schiff transportiert zu haben.“
Wäschereien 2007 und 2012 übernommen
Wie bei einem Controller zu erwarten, beschäftigte sich Tarczyński zunächst intensiv mit den Finanzen seines Arbeitgebers. Zugleich setzte er sich mit dessen Abläufen auseinander, um den Betrieb zu verstehen und Möglichkeiten zur Optimierung zu entdecken. „Meine ersten Monate waren sehr intensiv. Damals dachte ich noch, das sei wahrscheinlich nur die Einarbeitungsphase - heute weiß ich, dass ich mich geirrt habe. Zum Glück habe ich viele hilfsbereite Kolleginnen und Kollegen getroffen.“
Dazu gehöre auch der
kürzlich verstorbene Gesellschafter Wilfred-Udo Andree. Seine Erfahrung und Weitblick hätten ihn sehr beeindruckt.
Sein erster Meilenstein für Fliegel war der Budgetentwurf für 2002. In den Folgejahren wuchs das Unternehmen. 2007 wurde eine Wäscherei in Leipzig übernommen, 2012 folgte die Wäscherei Nortex in Grimmen, die damals in einem Insolvenzverfahren steckte. „Die Möglichkeit, an diesen Übernahmeprozessen aktiv mitzuwirken und sie aus nächster Nähe zu begleiten, war für mich persönlich eine sehr interessante und zugleich wertvolle Erfahrung.“
Tarczyński wurde 2010 Geschäftsführer für die Finanzen der Firmengruppe. „Zuvor lag mein Schwerpunkt vor allem auf der Zusammenarbeit zwischen Fliegel Berlin und Fliegel Polen. Mit der neuen Verantwortung musste ich meinen Blick auf die gesamte Unternehmensgruppe richten und auch die Anforderungen und Interessen der Gruppe stärker berücksichtigen.“
„Eines hat sich nicht verändert: unsere Kundenorientierung“
„Vieles hat sich in diesen 25 Jahren verändert - eines aber ganz sicher nicht: unsere konsequente Kundenorientierung“, hebt der Geschäftsführer hervor. „Der Anspruch, die Bedürfnisse unserer Kunden zu verstehen und ihnen eine zuverlässige Dienstleistung auf hohem Niveau zu bieten, war damals genauso wichtig wie heute. Verändert haben sich dagegen die Strukturen, die Technologien und vor allem unsere Denkweise als Unternehmensgruppe.“
Viel Bedeutung habe der interne Informationsaustausch, der heute deutlich besser funktioniere als noch vor zehn Jahren. „Gleichzeitig haben wir in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei der Automatisierung, Robotisierung und Digitalisierung sowie bei der ergonomischen Gestaltung unserer Wäschereiprozesse gemacht.“
Auch das Umweltbewusstsein habe sich gewandelt. „Der verantwortungsvolle Umgang mit Energie, Wasser und anderen Ressourcen ist heute ein wesentlich Bestandteil unserer Entscheidungen und Investitionen. Gerade in unserer Branche haben wir in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielt und viel dafür getan, unsere Prozesse nicht nur effizienter, sondern auch ressourcenschonender und nachhaltiger zu gestalten.“ Zugleich seien die Prozesse bei Fliegel heute effizienter und die Qualität der Wäscheaufbereitung höher.
Corona als große Herausforderung
Auch Fliegel wurde durch die Corona-Pandemie stark beeinflusst. Tarczyński: „Unsere Branche war von den Einschränkungen in der Hotellerie unmittelbar und massiv betroffen. Innerhalb kürzester Zeit mussten wir auf eine Situation reagieren, die in dieser Form niemand vorhersehen konnte. Auch diese Zeit hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, als Organisation flexibel zu bleiben, schnell Entscheidungen zu treffen und auch unter außergewöhnlichen Bedingungen handlungsfähig zu sein.“
Lösungen außerhalb üblicher Standards zu finden gehöre heute fest zu Fliegel. Die Zufriedenheit der Kunden stehe an erster Stelle. „Genauso wichtig sind für mich aber eine motivierte Belegschaft und die Entwicklung der vielen talentierten und ambitionierten Menschen, die bei uns gearbeitet haben oder bis heute Teil unseres Unternehmens sind.“
„KI bietet uns enorme Chancen“
Neben der Zufriedenheit seiner Mitarbeiter und Kunden legt der Geschäftsführer sein Augenmerk auch auf die Entwicklung der KI. „Sie bietet uns enorme Chancen, stellt uns gleichzeitig aber auch vor neue Herausforderungen. Entscheidend wird sein, wie wir diese Möglichkeiten für uns nutzen.“
Schon heute lasse sich damit die Effizienz steigern, Produktion optimieren und der Materialfluss besser steuern. „Vor 25 Jahren hätte ich wahrscheinlich nicht erwartet, dass ich in einem Interview über Wäschereien einmal so ausführlich über künstliche Intelligenz sprechen würde“, sagt Tarczyński.
Breites Preisspektrum
Auch die Digitalisierung spiele eine große Rolle, insbesondere die Nachverfolgung von Textilien per RFID-Technologie. „Wir wollen damit insbesondere die Transparenz und Sicherheit des gesamten Warenflusses weiter erhöhen.“ Für Kunden bestehe schon heute ein breites Portfolio mit Angeboten im Premium-, Economy- und Budget-Bereich.
„Auch in Zukunft wird es für uns entscheidend sein, den Markt aufmerksam zu beobachten, unseren Kunden zuzuhören und auf ihre sich veränderten Bedürfnisse zu reagieren“, so Tarczyński weiter. Dabei helfe auch die Mitgliedschaft im Servitex-Verbund. „Gemeinsam können wir Kunden nicht nur regional, sondern bundesweit erreichen und betreuen. Als heute größter Gesellschafter sehen wir darin auch für die weitere Entwicklung von Fliegel ein großes Personal.“
„Erfolg ist kein Zufall“
Der Geschäftsführer hält nichts davon, den geschäftlichen Erfolg von Fliegel nur an einem oder zwei Faktoren festzumachen. „Zum Erfolg gibt es keinen Aufzug - man muss die Treppe nehmen. Erfolg ist kein Zufall, und es gibt auch keine Abkürzung dorthin. Dahinter stehen konsequente Arbeit, Ausdauer und der tägliche Einsatz vieler Menschen. Und ich glaube fest daran, dass sich diese Arbeit am Ende auszahlt.“
Beständig in seinem Haus sei die stetige Weiterentwicklung, Feedback zu nutzen und Kundenerwartungen zu erfüllen. „Gleichzeitig investieren wir in die Kompetenz und Entwicklung unserer Mitarbeiter. Was wir in den vergangenen Jahren erreicht haben, ist die Leistung des gesamten Teams. Für eine ,One-Man-Show’ ist bei uns kein Platz.“
Er sei stolz auf die Entwicklung von Fliegel in den letzten 25 Jahren: „Wenn ich heute zurückblicke und vergleiche, wo Fliegel im Jahr 2001 stand und wir heute stehen, dann ist diese gesamte Entwicklung etwas, auf das wir als Team wirklich stolz sein können.“
Fliegel baut in Berlin
Um für die Nachfrage in Berlin gut gerüstet zu sein, erweitert der Dienstleister seinen dortigen Standort. Inbegriffen sind u. a. Lagerflächen und Zimmer für Arbeitskräfte von außerhalb.