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Kostenindex erreicht neuen Höchststand
Der Deutsche Textilreinigungs-Verband (DTV) hat seinen neuen Kostenindex für die Textilpflege-Branche veröffentlicht. Demnach stiegen die Ausgaben im Januar dieses Jahres um 2,9 Punkte. Damit wurde der neue Höchststand von 131,2 erreicht. Im Vergleich zum Basisjahr 2021 stiegen die Kosten um fast ein Drittel (31 Prozent).
Statt wie sonst zu diesem Zeitpunkt üblich wurden dafür nicht die Dezemberwerte, sondern die Zahlen im Januar berücksichtigt. Als Grund nennt der Verband die jüngsten Kostensteigerungen zum Jahresanfang, welche in den Dezemberwerten nicht vorkämen, u. a. durch den Irankrieg.
Energiekosten fast gleichauf, Personalkosten gestiegen
Die Energiekosten waren diesmal keine Kostentreiber und sanken sogar leicht von 130,4 im September auf 130,2. Gleichzeitig warnt der DTV: „Insgesamt bleibt die Entwicklung der Energiekosten weiterhin sehr schwankungsanfällig. Besonders bei Kraftstoffen und Gas ist aufgrund der Situation rund um die Straße von Hormus mit einem starken Anstieg der Kosten zu rechnen.“
Dafür stiegen die Personalkosten stark an, und zwar auf 132 Punkte (von zuvor 127). Grund dafür ist die Erhöhung der Tarifgehälter der Intex-Betrebe im September. Im diesjährigen September ist eine weitere Gehaltserhöhung vorgesehen. Außerdem empfiehlt die Tatex ab diesem Januar einen neuen Stundenlohn von mindestens 14,30 Euro. Vor einem Jahr lag die Empfehlung einen Euro niedriger.
Textilien wurden teurer
Für Anbieter von Textilservice spielen die Kosten für Textilien eine Rolle. Auch hier gab es eine Steigerung von 123,7 auf 124,9 Punkte. In Deutschland hergestellte Berufsbekleidung verteuerte sich um 1,28 Prozent. Für den Import wurden im Schnitt 1,82 Prozent mehr verlangt. Deutlich niedriger ist der Anstieg bei Flachwäsche: Sie betrug 0,5 für hierzulande produzierte Ware, während Importe in ähnlicher Höhe (0,53 Prozent) günstiger wurden.
Auch für gewerbliche Waschmittel stiegen die Ausgaben: auf 135,4 Punkte (+ 1,7 Indexpunkte). Sie blieben jedoch unter dem bisherigen Höchstwert von 142,9 Punkten Ende 2023. Weiterhin hoch bleiben die Finanzierungskosten. Hier weist der DTV einen Anstieg um 6,2 Punkte auf 258,3 Punkte gegenüber September aus. Verglichen mit 2021 betrug ihr Zuwachs mehr als das Zweieinhalbfache.
Für reine Wäschereien stieg der Kostenindex um 3,2 Punkte und erreichte den Wert 133,7. Kostentreiber waren auch hier die Ausgaben für die Gehälter und Löhne. Da diese Betriebe ihren Kunden keine Textilien anbieten, spielen die Steigerungen für Kleidung hier keine Rolle.
„Keine spürbare Entlastung absehbar“
Die Aussichten bewertet der DTV so: „Auch für den weiteren Verlauf des Jahres ist bislang keine spürbare Entlastung bei zentralen Kostenpositionen wie Energie, Personal und Textilien absehbar ist. Die angekündigten Lohnerhöhungen sowie mögliche Auswirkungen der Sperrung der Straße von Hormus, werden das Kostenniveau voraussichtlich weiter erhöhen.“
Über den letzten Kostenindex aus dem 3. Quartal 2025 haben wir im Januar berichtet.